Quelle: FVW

BELAIR

Air Berlin will sich von Schweizer Airline trennen

Die Anzeichen verdichten sich: Ende März könnten bei Belair die Lichter ausgehen. Die Mitarbeiter sollen bereits über die negative Perspektive informiert worden sein. Eine offizielle Bestätigung von Seiten der Mutter, Air Berlin, indes fehlt.

von Rita Münck, 11.01.2017, 12:27 Uhr 

Im Rahmen der Air-Berlin-Restrukturierung sieht es für die Schweizer Tochter Belair nicht gut aus. Da Air Berlin künftig keine Touristik-Strecken in Europa mehr fliegen wird, steht die Airline Medienberichten zufolge vor dem Aus. Bereits Ende März könnte der Betrieb eingestellt werden. Bei der Muttergesellschaft Air Berlin hüllt man sich zum Thema bedeckt: „Die zukünftigen Rahmenbedingungen unseres Geschäfts in der Schweiz sind noch nicht finalisiert, wir informieren aber unsere Mitarbeiter und unsere Kunden direkt, sobald dies abgeschlossen ist“, teilte eine Sprecherin auf fvw-Anfrage mit.

In Richtung der Kunden ließ die Airline verlauten, dass der veröffentlichte Flugplan in der Schweiz bis auf weiteres seine Gültigkeit behalte. „Gebuchte Flugtickets bleiben gültig, und über Änderungen informieren wir unsere Gäste rechtzeitig“, so die Belair-Mutter, über die der Vertrieb läuft.

Das Personal bei Belair in Zürich ist dem Branchendienst „Aerotelegraph“ zufolge bereits darüber informiert, dass der Betrieb schon in wenigen Wochen zu Ende sein könnte. Viele hätten sich für den heutigen Mittwoch krank gemeldet, nachdem sie am Vortag vom bevorstehenden Aus erfahren hätten. Ursprünglich war die Belair-Belegschaft davon ausgegangen, dass sie sich bei der in Gründung befindlichen neuen touristischen Airline von TUI und Etihad Airways wiederfinden werden, in der auch die österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki aufgehen wird. Davon ist jetzt aber Berichten aus der Schweiz zufolge nicht mehr die Rede. Klassische Air-Berlin-Strecken wie Zürich–Palma sollen ab Sommer bereits von der „neuen“ Niki bedient werden.

Belair operiert derzeit mit drei Maschinen. 285 Mitarbeiter sind für die Schweizer Airline tätig. Sie hegen den Schweizer Medien zufolge derzeit die geringe Hoffnung, dass Eurowings, Großabnehmer von Air-Berlin-Maschinen, vielleicht auch die Belair-Jets leasen könnte. In den nächsten Tagen soll eine Entscheidung zu Belair fallen, wie es heißt.

 

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